Stundensatzkalkulation

Wie entsteht der Preis für eine Arbeitsstunde im Handwerk?

Zur Zeit liegen die Preise für eine Arbeitsstunde im Metallbauhandwerk durchschnittlich bei ca. 45 bis 58 Euro. Hierbei handelt es sich aber NICHT um den Stundenverdienst! Dieser Stundenverrechnungssatz bedeutet noch lange nicht, dass der Betrieb auch so viel verdient.

Viele Kunden verstehen nicht, warum eine Handwerkerstunde so „teuer“ ist. Dabei wissen sie oft einfach nur nicht, wie sich die Kosten für den Handwerker zusammensetzen.
Diese Orientierungshilfe stellt exemplarisch die Kosten für eine Handwerkerstunde eines Gesellen dar:

14,00    Euro     Bruttostundenlohn                   (31%)
11,90    Euro     Lohnnebenkosten                    (26%)
17,40    Euro     Betriebliche Gemeinkosten    (38%)
  2,20    Euro     Gewinn                                       ( 5%)
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45,50    Euro     Stundenverrechnungssatz netto
  8,65    Euro     19 % Mehrwertsteuer                    
54,15    Euro    Stundenverrechnungssatz brutto
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Zur besseren Veranschaulichung, hierzu ein kleines Beispiel:

Ein Kunde vergibt einen Auftrag. Als der Metallbaugeselle kommt, fragt der Kunde ihn beiläufig, wie hoch sein Stundenlohn sei. Antwort: 14,00 Euro. Später kommt die Rechnung der Firma mit einem Stundenverrechnungssatz von 48,50 Euro – ohne MwSt. „Schöne Gewinnspanne!“ denkt der Kunde verärgert.

Was er nicht bedenkt: Die Firma muss seinem Gesellen auch während der Urlaubs- und Feiertage, bei Krankheit usw. Lohn zahlen. Außerdem zahlt sie meist Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und VWL. Auf alle genannten Positionen fällt auch noch der Arbeitgeberanteil zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung sowie Berufsgenossenschaft usw. an. Diese Lohnnebenkosten betragen ca. 79 Prozent des Metallbauerlohnes oder (wie in unserem Beispiel) 11,90 Euro. Um seinem Gesellen also 14,00 Euro zahlen zu können, muss die Firma 25,90 Euro kalkulieren.

Darüber hinaus entstehen im Handwerksbetrieb aber noch weitere Kosten: Die Gemeinkosten (z.B. Beiträge zur Handwerkskammer, Beiträge zur Innung, Versicherungen, Beiträge zur Handelskammer, Raumkosten, Heizung, Strom, Telefon, Fahrzeuge, Maschinen, etc.. Diese liegen in unserer Branche bezogen auf den Gesellenlohn, bei ca. 111 Prozent oder (in unserem Beispiel) bei 17,40 Euro.

Zusammen sind das 14,00 + 11,90 + 17,40 = 43,30 Euro. Hierzu kommt ein Zuschlag für Wagnis und Gewinn von 5 % Prozent. So liegt der Stundenverrechnungssatz in unserem Beispiel bei 45,50 Euro ohne MwSt.

Hier noch einmal ein kleiner Überblick:

Lohnnebenkosten:

Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung (Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung), bezahlte Urlaubs- und Feiertage, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlter Mutterschaftsurlaub, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Beitrag zur Umlage am Insolvenzgeld, Abgabe nach dem Schwerbehindertenrecht, nicht verrechenbare Zeiten.

Betriebliche Gemeinkosten:


Gehälter und Personalnebenkosten für Mitarbeiter im Büro, Raumkosten, Heizung, Strom, Gas, Wasser, betriebliche Versicherungen, Gebühren, Beiträge, Porto, Telefon, Werbung, Internet, EDV, Kfz-Kosten, Rechts- und Beratungskosten, Instandhaltung, Reparaturen, Reinigung, Zinsen für Kredite, Abschreibungen auf abnutzbare Wirtschaftsgüter, kalkulatorische Kosten.

Vor überhöhten Rechnungen müssen Sie als Kunde aber keine Angst haben!

Die meisten Aufträge werden erst nach dem Erstellen eines individuellen Angebotes als Festpreis vergeben. Dort sind in der Regel alle gewünschten Leistungen aufgeführt und nach Massen/Mengen (m², m, Stück etc.) aufgeschlüsselt. An diese Preise halten wir uns natürlich! Sie zahlen also nicht mehr als vorher vereinbart.
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